Izzy L.

Im Jahr 2026 stand das 800-jährige Bestehen des Ortes Gerabronn an. Der örtliche historische Arbeitskreis plante eine Bilderausstellung, zu der ich einen Beitrag leisten wollte.
Isreal Landauer (1843-1913) ist für die Stadt die wahrscheinlich bedeutendste Einzelperson. Sein Wirken ist bis heute am Gebäude der Schüle und der Eisenbahnlinie sichtbar. Landauer hatte sich aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet zum Genossenschaftsgründer und Bankier – diese Leistung ist umso beachtlicher, da er die volle Emanzipation von Juden zu gleichberechtigten Staatsbürgern als junger Erwachsener miterlebte.
Meines Wissens existieren nur zwei Fotos mit ihm im Zentrum, eines davon war direkte Vorlage für das Porträt. Um seine Person ins 21. Jahrhundert zu holen, sollte sein stoisches Gesicht mit Farbe belebt werden.

Das ist im ersten Porträt-Versuch auch sehr gut gelungen. Ungetrübte Farben, mit breitem Pinsel deckend und halblasierend geschichtet. Die Pastelltöne nehmen dem historischen Foto einiges an Härte. Leider verflachte der opakte beige Hintergrund das Gesamtbild und der eigene Perspektionismus ödete jede verbliebene Leichtigkeit aus dem Gesicht. Das Porträt funktioniert eigentlich nur in seiner Wiedergabe als verzerrtes Foto gut.
Wem der Erfolg zu Kopf steigt… Perspektiv-Spiel mit der Kamera und Detailaufnahmen

Deshalb ein zweiter Versuch. Wie im ersten Bild wurde mit einer Magenta-Grundierung begonnen. Zuerst die Schatten, auf die dann Mitteltöne und zuletzt Lichter aufgetragen wurden. Das Gesamtergebnis ist in Sachen Kontrast viel stimmiger, vermisst aber leider die spielerische Farbgebung der ersten Variante. Für das erste malerische Porträt seit vielen Jahren bin ich aber zufrieden.

Arbeitsschritte der zweiten Version.
Bildnis Israel Landauer. Acryl auf Leinwand, ca. 54 x 72 cm.
Fertige zweite Version des Bildnisses, jetzt in Besitz des Historischen Arbeitskreises Gerabronn.