Astronomisches 2025

Bereits zum Jahresauftakt gab es Polarlicht und einen SAR-Bogen, intensiv genug, um einen eigenen Artikel zu verdienen (siehe Eine Studie in Pink). Am 16. April klappte es nochmal, wenngleich weniger intensiv und nach langem Kampf gegen die Wolken:

Wasserturm Leuzendorf mit Polarlicht im Hintergrund, gegen 22:15 Uhr

Das Örtchen wurde übers Jahr mehrfach Anlaufpunkt, da neben dem Wasserturm auch ein kleines Trafohäuschen im Dunkeln einen angenehmen Nordwestblick bietet. Vorbeifahrende Autos leuchteten Seitenwände und Stromkabel an, während der Große Wagen über drei Stunden seine Bahnen um den Himmelsnordpol zog.

Übrigens hatte fast jedes der über 600 Einzelfotos Satelliten- oder Flugzeugspuren, die händisch zu entfernen waren – und das auf einem vergleichsweise kleinem Himmelsausschnitt (30mm). Das Ausmaß des Flug- und Weltraumverkehrs nimmt ebenso unangenehm zu wie die irdische Lichtverschmutzung.

Startrails über dem Trafohäuschen bei Leuzendorf
Anfang Juli ergab sich trotz noch relativ kurzer Nacht eine Gelegenheit für Milchstraßenfotografie. Über dem Giebel eines alten Weideunterstands in Wittenweiler (abgelichtet mit freundlicher Genehmigung des Besitzers) geht das Milchstraßenzentrum mit der Serpens-Region auf. Das Sommerdreieck aus Deneb, Wega und Atair steht darüber. Sechs Wochen später ist der Bau leider in sich zusammengebrochen, wird also als Motiv nicht wiederkehren. Sehr schade, denn auch wenn er auf dem Foto schon ordentlich windschief war: Man sah dem Bau die handwerkliche Qualität an. Der Unterstand war ursprünglich für einen Aussiedlerhof einige Kilometer südlich gebaut worden, wurde aber nach dessen Aufgabe vom Vater des jetzigen Besitzers gekauft und umgesetzt.

Nur wenige hundert Meter davon entfernt entstand dieses Foto:
Überraschungs-Polarlicht am 18. Oktober, um ca. 21:30-22:00 Uhr. Durch das Stacking mehrerer Dutzend Einzelaufnahmen wirkt das Gesamtbild leider verschmiert. Anders wäre jedoch das seltene Grün der Aurora nicht durch den Hochnebel herauszuholen gewesen.
Sogar ein Hauch von SAR-Bogen ließ sich einfangen. Das eigentliche Beobachtungsobjekt des Abends, der Komet Lemmon (C/2025 A6), befindet sich hinter der Baumgruppe, wäre aber durch den Hochnebel ohnehin nicht erkennbar gewesen.

Das visuelle astronomische Highlight des Jahres war zweifelsohne die totale Mondfinsternis am 07. September. Der Mond sollte bereits verfinstert in der Dämmerung aufgehen. Leider lag über Deutschlands Mitte ein hartnäckiges Wolkenband, das zielgenau ausschließlich den Osthimmel verdeckte.
Gegen 20:45 Uhr, genau zum Ende der Totalität, stieg der Mond dann aber hoch genug, um sichtbar zu werden.

Gegen 20:55 Uhr bei Rückershagen. Eigentlich sollte der Mond größer über dem Baum erscheinen, aber er stand schon zu hoch, um das perspektivisch möglich zu machen. Deshalb noch eine Einzelaufnahme ohne Landschaft: